Solange dem Mediator noch eine Lösung
einfällt, hat er das Problem nicht wirklich
verstanden
Marshall B. Rosenbergi
Der Aufbau von Vertrauen ist
wichtiger als die Klärung von Fakten.
Hartmut Schäffer
II Probleme erfassen und verstehen
Jede Seite hat nun Gelegenheit, den
Konflikt aus ihrer Sicht zu erzählen. Sie
bekommt dafür so viel Zeit, wie sie
benötigt, um alles auszusprechen, was ihr
wichtig ist. Die Mediatoren hören aktiv zu,
stellen gegebenenfalls Fragen und fassen
das Gehörte zusammen. Die anderen
Kontrahenten hören in diesem Stadium nur
zu und müssen ihre Erwiderungen auf den
Zeitpunkt verschieben, zu dem sie selber mit dem Erzählen dran sind. Sie können
sich jedoch Notizen machen, um nicht zu „platzen“ und ihre Einwände somit in
Erinnerung zu behalten.
Sichtweise der einzelnen Konfliktparteien
III Den Konflikt verstehen
Soweit das noch nicht in der voran
gegangenen Phase geschehen ist,
sollen nun die mit dem Konflikt
verbundenen Gefühle zum Ausdruck
gebracht und die Interessen und
Wünsche herausgearbeitet werden, um
die es den Beteiligten eigentlich geht.
Alles, was als Hintergrund des offenen Streits von Bedeutung ist, soll zur
Sprache kommen. Die Mediatoren sind bei der Erhellung des Konfliktes
behilflich, indem sie geeignete Fragen stellen und die Konfliktparteien beim
Ausdrücken von Gefühlen und Bedürfnissen einfühlsam unterstützen.
Die Kommunikationsrichtung wird zunehmend auf den Kontakt der
Kontrahenten untereinander verlagert. Kernsätze zum Verständnis einer
Konfliktpartei sollen zunehmend in eigenen Worten von den Kontrahenten
zusammengefasst werden. Die Mediatoren leiten sie dazu an und geben
Hilfestellungen.
Konflikterhellung: verborgene Gefühle, Interessen, Hintergründe